Wie kann eine Geschäftsführung den wirtschaftlichen Nutzen eines Digitalprojekts plausibel machen?
Studienergebnisse
Was die Quellen zeigen.
Ein gemeinsames ZEW/KfW-Discussion-Paper untersucht deutsche mittelständische Unternehmen mit Paneldaten aus den Jahren 2016 bis 2021. Die Analyse findet einen positiven Zusammenhang zwischen Digitalkapital und Arbeitsproduktivität; bei digital weiter entwickelten Unternehmen fällt der Zusammenhang stärker aus. Das Papier wurde 2026 veröffentlicht. Sein Datenzeitraum bildet die aktuelle Nutzung generativer KI nicht ab.
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Den erwarteten Effekt bis zum Geschäftsprozess verfolgen
Eine klare Investitionsthese beginnt mit der Aufgabe, die sich verändern soll. Bei einer Dokumentenverarbeitung könnte das die manuelle Erfassung sein, bei einem Vertriebsprozess die Vorbereitung eines Angebots. Erst danach werden eine geeignete technische Lösung und die organisatorischen Voraussetzungen beschrieben. So lässt sich erkennen, welche Verbesserung tatsächlich gemessen werden muss.
Für die Wirtschaftlichkeit gehören auch Einführungsaufwand, Datenbereinigung und laufende Betreuung in die Betrachtung. Eine technische Zeitersparnis wird erst dann zu einem geschäftlichen Vorteil, wenn die frei werdende Kapazität sinnvoll eingesetzt oder ein anderer nachvollziehbarer Nutzen erreicht wird. Dieser Schritt sollte als Annahme sichtbar bleiben und später überprüft werden.
Bei Zukäufen zwischen Potenzial und gesichertem Beitrag unterscheiden
Für die Käuferseite kann Digitalisierung einen plausiblen Entwicklungsansatz bieten. Ein bestehendes Potenzial ist jedoch noch kein realisierter Ertrag. Im Prüfprozess sollte geklärt werden, ob das Unternehmen über passende Daten, Verantwortliche und Veränderungskapazität verfügt. Auch die Käuferorganisation muss ihren eigenen Beitrag benennen können.
Eine belastbare Kaufthese enthält deshalb eine Ausgangslage, wenige konkret beschriebene Maßnahmen und überprüfbare Meilensteine. Der Studienbefund liefert den wirtschaftlichen Kontext für diese Arbeit. Er berechtigt nicht dazu, einen durchschnittlichen Zusammenhang pauschal auf jedes Target oder auf ein einzelnes KI-Projekt zu übertragen.
Fragen für Ihre Entscheidung
- Welche konkrete Tätigkeit verändert sich und wie wird der Effekt gemessen?
- Welche Voraussetzungen und Folgekosten sind noch nicht berücksichtigt?
- Welche digitale Verbesserung kann die Käuferorganisation tatsächlich umsetzen?
Mit Frank Rauscher ins Gespräch kommen
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Ökonometrische Panelanalyse, veröffentlicht als ZEW Discussion Paper 26-016. Der beobachtete Zusammenhang erlaubt keine pauschale Aussage zur Rendite einzelner Digitalprojekte und betrifft nicht die heutige generative KI. Die verwendete KfW-Mittelstandsabgrenzung umfasst Unternehmen mit mindestens einem Beschäftigten und bis zu 500 Millionen Euro Jahresumsatz; sie ist weiter gefasst als die EU-KMU-Definition.
Grundlage dieses Beitrags: Wissenschaftliches ZEW/KfW-Paper und zugehörige KfW-Einordnung.
- ZEW und KfW Research; Bertschek et al.: Unleashing Productivity Growth in the Age of Digitalisation – Evidence From German SMEs Unternehmenspanel 2016–2021; ZEW Discussion Paper 26-016, April 2026